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   Früher Altdorf - Heute Weingarten



Unsere Heimat liegt im Landkreis Ravensburg – an der B30 zwischen Ulm und Friedrichshafen, 25 km nördlich des Bodensees.
Als um 1950 Fundamente für Wohnbauten ausgehoben wurden, stieß man auf eines der größten Gräberfelder Südwestdeutschlands, das rund 800 Gräber beinhaltete. Archäologen konnten anhand der Grabbeigaben feststellen, dass die Bestattungen im 5. bis 8. Jahrhundert erfolgt waren. So konnte man die Entstehung von Altdorf-Weingarten aufgrund dieser Alemannensiedlung genau festlegen.
Einen besonderen Reiz hatte diese Siedlung wohl auch für die Franken, die sich an der ehemaligen Römerstraße niederließen und das Christentum ins Land brachten. Sie errichteten auf dem Martinsberg, am heutigen Standort der Basilika, ein Gotteshaus und nannten die Ansiedlung „Alachdorf“ (bed. Dorf mit Weihestätte).




Um 840 wurde der Ort von den Welfen besiedelt, und bis heute nennt sich Weingarten stolz die „Welfenstadt“. Die Welfen gründeten 1056 die Benediktinerabtei Weingarten. Diese Klosterkirche genoss besonderes Ansehen. Sie diente den Welfen als Grablege und wurde deswegen immer wieder von ihnen reich beschenkt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus der Abtei das reichste und berühmteste aller schwäbischer Klöster. Die Macht und der Reichtum der Benediktiner kam den Bewohnern wohl zugute, doch an eine städtische Selbständigkeit war nicht zu denken. Die Schätze der Abtei gingen 1802 bei der Säkularisierung, der Verweltlichung des Ordens, verloren. Geblieben sind allein
die Barockbasilika (mit den Konventbaulichkeiten die größten Barockanlagen nördlich der Alpen) die weltberühmte Gablerorgel, die Welfengruft und vor allem die Heiligblutreliquie. Die Reliquie, nach Überlieferungen mit dem Blut Jesu Christi getränkte Erde vom Kalvarienberg, wurde 1094 von Juditha, der Gattin Welfs IV, dem Kloster vermacht und verleiht Weingarten bis heute einen hohen Rang als Wallfahrtsstätte. Trotz des glanzvollen Auftakts mit der Ansiedlung der Welfen, waren die frühen Jahrhunderte für Altdorf-Weingarten nicht gerade günstig. Der Wegzug der Welfen ins nahe Ravensburg und die Fremdbestimmung hinderte Altdorf viele Jahre lang an seiner städtischen Entwicklung.

Hinzu kam 1618 der Beginn des 30-jährigen Krieges, von dem Altdorf nicht verschont geblieben ist. Seine Bewohner wurden in Scharen von Hunger und Pest dahingerafft. Als Kurfürst Friedrich II. von Württemberg König wurde und die Landvogtei Schwaben zugesprochen bekam, erreichte Altdorf einen Tiefpunkt in seiner Geschichte. 1810 kam auch das benachbarte Ravensburg zu Württemberg und das Oberamt wurde von Altdorf nach Ravensburg verlegt. Die völlige Verarmung Altdorfs war die Folge.






Erst 1865 erhob König Karl Altdorf zur Stadt und erlaubte ihr, sich Weingarten zu nennen. Dem Schneidermeister Johann Michael Schatz ist es zu verdanken, dass es in Weingarten wieder aufwärts ging. Er siedelte 1962 von Tuttlingen über und begann mit der Herstellung von Strickmaschinen. Die Maschinenfabrik ist heute unter dem Firmennamen Müller Weingarten weltweit bekannt und ist der größte Industriebetrieb der Stadt. 1949 wurde das Pädagogische Institut von Reutlingen nach Weingarten verlegt und 1962 zur Hochschule umgewandelt. Die Fachhochschule Ravensburg-Weingarten wurde in Weingarten angesiedelt. Der Wunsch nach Eigenständigkeit und Selbstbestimmung ist trotz zahlreicher Widerstände für Weingarten in Erfüllung gegangen. Nicht zuletzt durch eine zukunftsorientierte Grundstückpolitik und Stadtplanung konnte die Eingemeindung verhindert werden.

1974 darf sich die einstige Alemannensiedlung „Große Kreisstadt“ nennen. Natürlich waren die Stadtväter auch bemüht, die Infrastruktur auszubauen, erfolgreich, wenn man die gelungene Stadtsanierung, die Schaffung des Schul- und Sportzentrums, des Lindenhofstadions, zusätzlicher Kindergärten, die wiederholte Erneuerung und Erweiterung des Städt. Krankenhauses sowie des Kultur- und Kongresszentrums betrachtet. Heute zählt die Stadt Weingarten ca. 25.000 Einwohner.





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